Schwarzwaldhochstraße mit dem Käfer: 60 Kilometer B500
Die Schwarzwaldhochstraße ist mit rund 60 Kilometern zwischen Baden-Baden und Freudenstadt eine der kürzesten Traumstrecken Deutschlands — und ausgerechnet für den Käfer eine der fordernderen. Nicht wegen der Länge. Wegen der Höhenmeter.
Ein luftgekühlter Boxer kühlt über Fahrtwind und Gebläse. Beides hängt an der Drehzahl, nicht am Tempo. Und genau das ist an einer langen Steigung im zweiten Gang der Unterschied zu einem wassergekühlten Motor.
Was macht die B500 für einen Käfer besonders?
Sie steigt lange an, statt kurz. Der Streckenverlauf zieht sich von Baden-Baden auf über 1.000 Meter hinauf, teils in gleichmäßigen Kehren. Das bedeutet: viel Last, wenig Fahrtwind, über längere Zeit.
- **Gleichmäßige Steigung:** Kein kurzer Sprint, sondern Minuten unter Last. Genau da zeigt sich, ob die Kühlung stimmt.
- **Kurven statt Geraden:** Der Käfer ist hier im Vorteil — er ist leicht und schmal, man braucht keine 100 PS für Fahrspaß.
- **Höhe:** Weiter oben wird das Gemisch fetter. Ein sauber eingestellter Vergaser dankt es dir.
- **Wetterwechsel:** Oben kann es deutlich kühler und nasser sein als im Rheintal. Die Käfer-Heizung ist bekanntlich Ansichtssache.
Wird der Motor da oben zu heiß?
Ein gesunder Käfer schafft das ohne Drama. Probleme haben fast immer eine von drei Ursachen:
- Fehlende oder unvollständige Luftleitbleche. Sie führen die Kühlluft gezielt um die Zylinder. Ohne sie verpufft die Kühlung — der häufigste Fehler nach Motorumbauten.
- Lockerer oder verschlissener Keilriemen. Er treibt das Gebläse an. Rutscht er, kühlt nichts mehr.
- Zu mageres Gemisch oder falsch eingestellte Zündung. Beides erzeugt Hitze, die die Kühlung nicht mehr wegschafft.
Wer den Motor ohnehin überarbeitet, findet Details in den Beiträgen zur Motorrestaurierung und zum Vergaser überholen.
Und die Bremsen auf dem Rückweg?
Der Punkt wird unterschätzt. Bergauf arbeitet der Motor, bergab arbeiten die Bremsen — und viele Käfer haben rundum Trommeln. Die vertragen Dauerbelastung schlechter als Scheiben und lassen bei Hitze spürbar nach.
Die Lösung ist alt und funktioniert: mit dem Motor bremsen. Zweiter oder dritter Gang, Fuß vom Gas, die Trommeln nur zum Korrigieren. Wer die ganze Abfahrt auf dem Bremspedal steht, merkt nach ein paar Kehren, warum das keine gute Idee war.
Zum Zustand der Anlage lohnt der Beitrag über die Restaurierung der Bremsen.
Wann fährt man am besten?
Früh, und nicht am Wochenende. Die B500 ist bei Motorradfahrern beliebt, und im Sommer ist an schönen Sonntagen viel los. Ein Käfer, der mit 70 km/h bergauf zieht, ist dann eher Hindernis als Hingucker — und Drängler im Rückspiegel machen keine Fahrt besser.
Unter der Woche am Vormittag gehört die Strecke fast dir. Dazu ist die Luft kühler, was der Kühlung ebenfalls hilft.
Reicht die Strecke für einen ganzen Tag?
Für sich genommen nicht — 60 Kilometer sind in gut anderthalb Stunden erledigt, selbst gemütlich. Sinnvoll wird es als Teil einer größeren Runde: hinauf über die B500, oben eine Pause, dann auf Nebenstrecken zurück ins Tal.
So bekommt der Motor zwischendurch Erholung, und du siehst mehr als nur eine Hauptverbindung. Der Schwarzwald ist abseits der ausgeschilderten Route deutlich interessanter.
Zuletzt aktualisiert am 10. Juli 2026